Steigende Netzentgelte machen die lokale Energieversorgung für Unternehmen wichtiger
Aktualisiert: vor 12 Stunden
PRESSEMITTEILUNG

Ingolstadt, 19. Oktober 2026 - Die Übertragungsnetzentgelte sollen 2027 durchschnittlich um rund 24 Prozent steigen. Das zeigen die vorläufigen Zahlen der vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber: Das durchschnittliche Entgelt auf Höchstspannungs- und Umspannungsebene erhöht sich von 2,86 auf 3,54 Cent je Kilowattstunde. Für Unternehmen wird es deshalb wichtiger denn je, sich nicht nur mit dem Strompreis, sondern mit ihrer gesamten zukünftigen Beschaffungsstrategie und insbesondere den Netzkosten auseinanderzusetzen.
In den veröffentlichten Werten ist bereits ein geplanter Bundeszuschuss von 5,525 Milliarden Euro berücksichtigt. Dieser fällt knapp eine Milliarde Euro niedriger aus als 2026. Die Mittel sollen aus dem Klima- und Transformationsfonds (KTF) stammen und über den neuen § 24d des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) bereitgestellt werden. Die Bundesregierung hat den entsprechenden Gesetzentwurf beschlossen. Da die Verabschiedung im parlamentarischen Verfahren noch aussteht, stehen die vorläufigen Netzentgelte unter dem Vorbehalt dieser gesetzlichen Regelung.
Über die Netzentgelte werden unter anderem der Betrieb und Ausbau der Netzinfrastruktur sowie Maßnahmen gegen Netzüberlastungen finanziert. Wie stark sich die höheren Übertragungsnetzentgelte auf die Stromrechnung eines Unternehmens auswirken, hängt vom regionalen Verteilnetz, der jeweiligen Spannungsebene und den übrigen Preisbestandteilen ab. Der angekündigte Anstieg bedeutet daher keine pauschale Erhöhung der gesamten Stromkosten um 24 Prozent.
Wie sich steigende Netzentgelte konkret auswirken können, zeigt ein Blick auf das Netzgebiet der Bayernwerk Netz GmbH. Für Unternehmen in der Mittelspannung mit ≥ 2.500 Vollbenutzungsstunden lag der Leistungspreis 2026 bei 99,17 Euro je Kilowatt und Jahr. Nach den vorläufigen Netzentgelten für 2027 steigt dieser auf 116,84 Euro je Kilowatt und Jahr – ein Anstieg von rund 18 Prozent (Stand 10/26). Für ein Unternehmen mit einer abrechnungsrelevanten Leistungsspitze von beispielsweise 2.000 kW bedeutet dies allein beim Leistungspreis Mehrkosten von rund 35.000 Euro pro Jahr.
Die Enexdo GmbH empfiehlt Unternehmen deshalb, Netzentgelte künftig noch stärker als Bestandteil ihrer langfristigen Strombeschaffungsstrategie zu betrachten. Neben den Preisen am Spot- und Terminmarkt gewinnt die Frage an Bedeutung, wo Strom erzeugt wird, wie er zum Verbrauchsprofil des Unternehmens passt und welche Netzkosten mit der jeweiligen Beschaffungsform verbunden sind.
Stromverbrauch und Lastspitzen gemeinsam betrachten
Für eine wirtschaftliche Energieversorgung ist entscheidend, wie viel Strom ein Unternehmen benötigt und zu welchen Zeiten dieser Bedarf entsteht. Eine Analyse des Verbrauchsprofils zeigt, welcher Anteil durch Solarstrom vom eigenen Standort gedeckt werden kann und wann besonders hohe Leistungen aus dem Netz abgerufen werden.
Gerade bei Unternehmen mit hohem Tagesverbrauch kann eine Photovoltaikanlage einen Teil des Strombedarfs unmittelbar abdecken. Wird der erzeugte Solarstrom ohne Nutzung des öffentlichen Netzes direkt am Standort verbraucht, reduziert dies den Netzstrombezug und damit auch die verbrauchsabhängigen Netzkosten.
Lokal schlägt global
Dabei muss die erneuerbare Erzeugungsanlage nicht zwingend auf dem eigenen Firmendach stehen. Gerade für Unternehmen mit hohem Stromverbrauch können auch lokale Erzeugungsanlagen im Umfeld des Unternehmens interessant werden.
Solar- oder Windparks in räumlicher Nähe können beispielsweise über entsprechende Direktversorgungskonzepte in die Beschaffungsstrategie eingebunden werden. Strom wird damit möglichst dort erzeugt und genutzt, wo er benötigt wird.
„Die zukünftige Strombeschaffung von Unternehmen wird aus unserer Sicht nicht mehr ausschließlich durch Spot- und Terminmärkte bestimmt. Auch die Herkunft des Stroms, lokale Erzeugung, Speicher und die Entwicklung der Netzentgelte werden eine immer größere Rolle spielen“, sagt Florian Appel, Geschäftsführer der Enexdo GmbH.
Wir über uns
Enexdo GmbH ist ein auf die regionale Energiewende spezialisiertes Unternehmen mit Sitz in Ingolstadt. Das Unternehmen entwickelt, finanziert, baut und betreibt ganzheitliche Energielösungen aus Photovoltaik und Batteriespeichern. Enexdo verbindet erneuerbare Stromerzeugung und Energiespeicherung mit dem Ziel, Energie dort zu erzeugen, zu speichern und zu nutzen, wo sie benötigt wird.
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Florian Mayr, Geschäftsführer Enexdo GmbH
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